RAUM-TRIP

Es scheint mir, als sei ich gerade auf einem RAUMtrip. Die Erinnerungen an meine eigenen therapeutischen RAUMerlebnisse beschäftigen mich derzeit (siehe Artikel RAUM). Kein Wunder! Ich muss zugeben, ich habe mich mal wieder verloren, kann keinen Zugang zu mir finden, weiß gar nicht, wie mir eigentlich ist, was ich will oder brauche. Ich funktioniere nur noch, und das ist ja kein Leben!

Inzwischen ist keine Therapeutin mehr nötig, um mich wiederzufinden. Ich brauche nur den Filmmusiksender, ein bisschen Platz und ein viertel Stündchen Zeit. Das habe ich lange nicht mehr gemacht! Ich mache mir also RAUM in unserer Diele und beginne mit Atmen. Dann starte ich die Musik. Weiß nicht, was kommt. Stehe nur da mit geschlossenen Augen und beobachte. Musik aus dem Film Transformers. Klingt nach Dramatik und Action. Ich bin offen und folge allem, was geschehen will. Entstehen Bilder in mir? Gibt es Bewegungsimpulse? Tauchen Gefühle auf?
Vor meinem inneren Auge ist es dunkel, aber ich bin nicht ruhig. Ich bin… bereit. Die imposante Musik regt meine Arme an, sich zu bewegen. Als schöpften sie aus meinem Inneren Energie, schieben sich meine Handflächen zuerst von den Seiten in Richtung Herz und dann kraftvoll von mir weg. Immer wieder und nach allen Seiten. Meine Bewegungen hinterlassen eine Lichtspur und ich kann erkennen, dass sich um mich herum ein Kreis bildet. MEIN RAUM! (Offensichtlich habe ich genug Science Fiction Filme gesehen! 😀 )
Dann tut sich eine ganze Menge. Zuerst ist mein Raum leer, nur ich in der Mitte und Stille, während außerhalb die Welt am Toben ist. Ich spüre, dass mein Herz klopft wie wild, ja es schmerzt sogar ein wenig und ich lege meine rechte Hand auf die Brust. Mein Kreis ist stabil und die Welt bleibt draußen. Da beruhigt sich mein Herzschlag. Der Sender spielt jetzt eine andere Musik, eine liebliche, worauf sich mein RAUM verändert. Auf einmal ist es hell und aus mir heraus beginnen Zweige zu wachsen, bis ich mich fühle wie ein großer, starker Baum. In meiner Krone vergnügen sich zwei Blaumaisen und ich fühle Freude über ihre Anwesenheit. Darüber, dass sie mich für friedvoll und sicher halten.
Bevor die nächste Musik beginnt – am Ende ist es noch ein Stück aus Jurassic Park oder Dracula! – beende ich die Übung und kehre wieder zurück in meinen Alltag.
Bemerkenswert, dass sich die Welt nun ein bisschen anders anfühlt. Das Handy hat plötzlich seine Anziehungskraft verloren. Als der Impuls zu essen auftaucht, stelle ich fest, dass ich eigentlich gar keinen Hunger habe! Mir ist nur kalt. Also sorge ich für Wärme und das Bedürfnis zu essen ist plötzlich verschwunden.
Ich denke, das ist ja alles ein bisschen abgefahren! Aber egal! Jeder hat so seine Art, auf Trips zu gehen. Dies ist halt meine. Meine Art, LebensRAUM für mich zu schaffen.